Wer sich schonmal gewundert hat, warum man manche Bilder nicht in Originalgröße ansehen kann, wir wissen es auch nicht.
Jedoch kann man wohl unter:
http://picasaweb.google.com/vglrll24/MuellerInParaguay?authkey=Gv1sRgCNKToeCZ7NOKiAE#
Wir waren im Urlaub. Brasilien sollte es sein, Flórianopolis. Eine Insel an der Atlantikküste. Was in Deutschland ziemlich exotisch klingt, ist hier ein beliebtes Ziel (wenn auch nicht für den durchschnittlichen Paraguayer, der kann sich das nicht leisten).
Nach schlappen 23h Fahrt von Asunción aus (nachdem wir zuerst 3 schöne Tage bei Samuel und Evi verbracht haben) kamen wir tatsächlich an - und machten gleich den Kardinalfehler der unerfahrenen, übernächtigten Touristen: Wir ließen uns von einem Wohnungsvermittler am Busterminal bequatschen. Da wir erstens nicht wussten, was wir genau wollten und zweitens beide nur ungern Entscheidungen treffen, kam es, dass wir in einem kleinen Fischerdorf im Süden landeten, wo wir eigentlich nicht so richtig hinwollten. Dumm nur: alles schon im Voraus bezahlt. Aber ein Anruf am nächsten Tag hilft, wir können nochmal wechseln, und das sogar ohne großes Draufzahlen. So kamen wir schließlich nach Barra da Lagoa, einem recht angenehmen Touristenort, zentral gelegen.
An unserer ersten Station hatten wir gleich noch öfter mehr Glück als Verstand. Bei einer abendlichen Strandwanderung fiel Ulla plötzlich auf: "Ist das nicht meine Handtasche, die da im Sand liegt?". Tja, die hatten wir wohl vorher dort liegen lassen und somit zufällig wieder gefunden. Auch das Handy hat die Nacht ganz allein am Strand gut überstanden und Michaels vergessene Sonnenbrille im Auto des Wohnungsvermittlers haben wir Dank unseres Ortswechsels ja glücklicherweise auch wieder bekommen...
Ansonsten war das Wetter eher durchwachsen, so dass wir einige Wanderungen unternommen haben. Einmal fand sich Michael am Ende einer solchen auf einem Privatgrundstück mit hohem Zaun und verschlossenen Türen wieder, im Rücken einen Herkunftsweg ohne Rückkehr. Der Haushüter hat ihn netterweise (nach einiger Verwunderung) doch noch rausgelassen.
Eine weitere Wanderung (in Badeschlappen und mit gerade einmal 1,5 l Wasser) führte uns über etwa 16 km in ca. 4 h nach Hause. Den größten Teil davon am Meer entlang im Sand (!); wir hatten uns etwas verschätzt, von oben dachten wir der Strand ist nur 5 km lang, tatsächlich waren es aber 12,5 km.
Auch wenn es nach diesen Schilderungen nicht so aussieht: Insgesamt war es sehr gelungen und ausgesprochen schön. Das Meer ist toll, die Wellen gewaltig, die recht unberührten Hänge mit Blick bis zum Horizont traumhaft. Und ein Caipi in Brasilien am Strand hat auch was für sich.
Überhaupt ist Brasilien, so weit wir das beurteilen konnten, landschaftlich sehr reizvoll. Auch die Menschen sind überdurchschnittlich attraktiv, nicht nur äußerlich. Sie haben sich auch als ausgesprochen hilfsbereit erwiesen. Mehrmals haben sie uns sogar ungefragt weitergeholfen (unser fragender Blick schrie wohl nach Hilfe) und uns teilweise sogar bis zum gewünschten Ziel begleitet. Einer stürzte sich zu unserer Rettung sogar in die wilden Fluten...
Danach standen die Wasserfälle am Dreiländereck (BRA-ARG-PAR) auf dem Programm. Aus Zeitmangel nur die argentinische Seite. War dort zwar ziemlich viel los, aber es ist schon ein beeindruckendes Schauspiel wie die Wassermassen des Río Paraná herabstürzen. Außerdem haben wir gelernt: Wir gehen schon als Südamerikaner durch. Dank unserer unbeschränkten Aufenthaltsgenehmigung mussten wir nur die Hälfte des Touristenpreises bezahlen.
Nach schließlich dreimaligem Übertritt der brasilianischen Grenze an einem Tag, gestrichenen Busverbidungen, Umsteigen nachts um zwei Uhr und insgesamt nochmal sechs Stunden Fahrt sind wir dann ziemlich geschafft frühmorgens wieder in Yegros angekommen - und konnten uns mal wieder davon überzeugen, dass man hier aufgrund geringer Lichtverschmutzung nachts einen phantastischen Blick auf die Milchstraße hat...