Montag, 15. Dezember 2014

Ekstase

Man merkt, Paraguay ist Alltag, Lebensmittelpunkt. Deutschland mittlerweile Durchreisestation. Das erklärt auch, warum hier nur noch so selten was neues steht. Wer schreibt schon über die Routine.

Heißt aber nicht, es würde nichts passieren.

Wir hatten wieder Mitbewohner. Die zwei, die im letzten Eintrag noch als Besucher auftauchten, sind mittlerweile ebenfalls zu Wahlparaguayern geworden: Andy und Aileen. Vier Monate haben wir zusammengelebt. Während der WM war die Stimmung am kochen. Wir haben sogar extra einen 3D-4k-HD-Fernseher organisiert. Bei Bier und Chips haben wir unsere Jungs frenetisch gefeiert.



Natürlich handelte es sich dabei nur um einen kurzweiligen Exzess.

Eigentlich ist das, was für uns schon Alltag wurde, verglichen mit dem deutschen Alltag schon wieder exotisch (was umgekehrt aber auch irgendwie zuträfe). Statt Predigen in Mietskaserne und Reihenhäsuern: Mission in der Bretterbude.





Oder auch mal Abenteuertrip mit Egon. Sein 70 (!) Jahre alter Ford Geländewagen fährt auch durch Flüsse. Muss er zwar nicht, es gibt nämlich auch Straßen. Aber er kann. Das ist was zählt.



Außerdem wurde viel geheiratet. Erst hat es uns erwischt: Fotos machen. Nicht weil wir das besonders gut täten. Aber unsere Kamera hat halt soooo'n Objektiv. Das macht Eindruck. Ändert aber auf jeden Fall auch nichts am Motiv. Mittlerweile ist Andy der Standardfotograf. Dem sein Objektiv ist noch viel soooo'er.





Traurig war es auch dieses Jahr. Unser Cognac ist tot. Ca. ab April wirkte er immer kränker: Haarausfall, Schuppen, geschwollene Gelenk, energielos - Leishmaniose. In Paraguay eine Plage. Für den Menschen ansteckend. Keine Chance. So mussten wir ihn einschläfern lassen. Und so erinnern wir uns in der verklärten Rückschau an unseren liebenswerten, treuen, gehorsamen Begleiter.





Noch ein paar Impressionen