Implizit teilt dieser Satz dem Angesprochenen normalerweise mit, dass in 10 Min. mit der Rückkehr zu rechnen ist. Als Michael diesen Satz zu Ulla sprach, gab es erst nach sieben Stunden ein Wiedersehen: Bienvenidos al Chaco! Aber später mehr dazu.
Unser Umzug ist mittlerweile durch. In Cambyreta haben wir unsere sieben(undsiebzig) Sachen auf einen LKW geladen, der schon etwas älter war als ich selbst. Nachmittags gings los, um kurz nach Mitternacht waren wir (Michael, der Fahrer und ein Begleiter) in Asuncion am Hafen. Es folgte eine idyllische Nacht an einem paraguayischen Hafen. Heimelige Dreisamkeit in der Fahrerkabine. Zwischenzeitlich diente Michaels Schulter dem netten Nebenmann als Kopfablage. Aber die Nähe hatte zumindest den Vorteil, dass die empfindliche Kälte erträglicher war. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass die morgendlichen Sonnenstrahlen sehnlichst erwartet wurden.

Das Beladen des Bootes war ebenfalls ein Erlebnis. Zwei Planken vom Ufer als Brücke. Darüber mussten Schrank, Waschmaschine, Kühlschrank und vieles mehr. Die Lastenträger waren ziemlich fit. Erstaunlich wie die (nicht gerade jungen) Herren mit Leichtigkeit die Lasten auf Schulter oder Kopf gehievt haben und dann auch noch in den Bauch des Schiffes schlichteten. Und, typisch Paraguay: Kein Beleg, Keine Quittung, keine Ladeliste. Nur ein: "Das passt schon so, kommt alles an." Vor allem um das Motorrad hatten wir uns Sorgen gemacht, das blieb nämlich einfach so am Ufer stehen, würde erst am Abend verladen.
Es folgte die lange Fahrt durch den Chaco Parguayo in Klaus' und Cordulas Landrover. Knapp 700 km, davon 270 km auf Erdstraße. Gut angekommen.
Am darauffolgenden Morgen auf Haussuche. Gleich das erste Haus passt. Und das obwohl Chessa und Kevin vorher wochenlang nichts passendes und vor allem konkretes gefunden haben. Zwei Tage später dann die Ankuft unserer Sachen. Abends um 23:00. Alle Brüder haben tragen geholfen. Die gute Nachricht: Alles kam an. Auch das Motorrad. Achso, Preis war ja auch noch keiner ausgehandelt. Das Haben wir erst Mal Rihyer überlassen. Der ist ja auch Paraguayer. Er und der Kapitän haben dann echt lang und sehr ruhig verhandelt. Die Vorstellungen lagen einigermassen weit auseinander. Schliesslich hat sich Michael eingeschaltet. "Kann man da gar nichts machen? Wenigstens ein bisschen?" Da fiel der Preis nochmal um 30 €, bar bezahlt. Umzug erledigt. So einfach, so unkompliziert. Und wirklich alles unbeschadet angekommen.

Nachdem wir dann schnell festgestellt haben, dass wir auch in Brasilien gegenüber kein Geld aus dem Automaten bekommen, entstand die Notwendigkeit, die oben erwähnte Reise anzutreten. Der nächste Weg: Mit dem Motorrad den Rio Paraguay überqueren. In Brasilien ca. 60 km, größtenteils auf Erdstraße, bis zum nächsten Grenzfluss, dem Rio Apa, fahren. Wieder überqueren. Dann noch gute 10 km bis zum Automaten. Staubig und durchgerüttelt kamen Rihyer und Michael dann nach 7 also wieder zurück. Ebenfalls alles glatt gelaufen. Dennoch zu vermeiden, wenn möglich. Übrigens flößt die Flussüberfahrt, sitzend auf dem Motorrad im kleinen Motorboot nicht eben großes Vertrauen ein. Aber der Fahrer hatte Erfahrung, der macht das den ganzen Tag. (Die Bilder zeigen den vorherigen Passagier).