Sonntag, 4. Juli 2010

24 Quadratmeter - und alles unser! Sowie: Bolivien

Kurzer Nachschlag der Vollständigkeit halber: Unser zweites eigenes Haustier, Lilly die Katze, hat es doch ein wenig laenger gemacht als der zuvor zugelaufene Hund: 5 Wochen. Schließlich ist ihr ihre Gefräßigkeit zum Verhängnis geworden. Nachdem sie dem Hund immer sein Essen streitig machen wollte, hat dieser ihrem kurzen Leben eines Tages ein Ende gesetzt. Und die Moral von der Geschicht': Aus fremden Tellern frisst man nicht.
Schade.

Ansonsten sind wir umgezogen. Endlich nicht mehr in fremden Betten schlafen. Zwei Zimmer (je fast 3x4 m), ein kleines Bad und Küchenzeile in einem der Zimmer. Das muss reichen. Einen kleinen Selbstversorgergarten haben wir bereits angelegt.

Ferner hatten wir Besuch: Marina, Ullas Schwester, erwies uns die Ehre. 3 Wochen lang. Eine echte Hierseinsaufwertung. Damit sie nicht die ganze Dauer ihres Aufenthaltes von der strahlenden Schönheit Ciudad del Estes geblendet wird, haben wir uns entschieden, eine kleine Reise zu machen: nach Bolivien.

Ein kurzer Abriss:
Eine
Samaipata:
Das 3000 Seelen Dorf, drei Stunden von Santa Cruz entfernt, wird von recht vielen europäischen und nordamerikanischen Einwanderern (je nach Blickwinkel auch Auswanderer) bevölkert. Daher gibts dort auch richtige Restaurants, Cafes mit stil, echtes Brot (sogar Croissants), deutsche Wurst und gepflegte Reiseagenturen. Bis auf letzteres haben wir diesen Vorzug der "Zivilisation" in vollen Zügen genossen.
Aber deshalb sind wir natüerlich nicht dorthin gefahren. Vielmehr hat's einiges an Natur und alten Gestein/Gemäuer. So gab's für uns einmalige Wanderungen, großteils in oder oberhalb des dort noch vorhandenen Urwaldes. Ein Gefühl ist das, nur wir drei vor dem beeindruckenden Bergpanorama, und auf zig Quadratkilometern vor einem sonst keiner...
Die 4-5 m hohen Farne waren auch nicht schlecht.
Außerdem: Eine fürsorgliche Herbergsmutter mit eigener Kaffeepflanzung die uns eine Einführung in Kaffeernte, -trocknung und -röstung gegeben hat.
Außerdem die Überraschung mitten in Bolivien jemandem über den Weg zu laufen, den man schon aus Deutschland kennt (Britta).



Sucre:
Die verfassungsmäßige Hauptstadt Boliviens hat ihr Parlament und Regierung vor ein paar Jahren an La Paz verloren. Ansonsten eine ebenfalls sehr europäisch geprägte, gepflegte Stadt mit beinahe mediterranem Flair. Ideal zum Entspannen, ein Eiskaffee über den Dächern von Sucre, das hat was (wobei sich der unweigerlich anschließende Nachmittagsschlaf in seiner Güte nicht von anderen Orten unterscheidet).




Potosí:
Die höchstgelegene Stadt der Welt, so sagen sie von sich selbst. 4.000 m über dem Meer. Besonders viel gemerkt haben wir von der Höhe aber nicht, außer, dass es kühler und kahler war. In der Stadt selbst haben wir uns auch nicht länger aufgehalten. Eine halbe Autostunde außerhalb gibt es nämlich "Das Auge des Inka". Es handelt sich dabei nicht um die Mumifizierung eines indianischen Sehkörpers, sondern um einen Vulkankrater in den ca. 35-37°C warmes Thermalwasser austritt. Die meiste Zeit alleine, umgeben von 4.000 m hohen Gipfeln (selbst ist das Auge auf 3.500 m) in badewannenwarmem Wasser planschen. Auch nicht eben alltäglich. Bereut haben wir nur, nicht die Nacht dort vor Ort im Freien verbracht zu haben. Die chance auf den Anblick so vieler Sterne wird sich wohl so schnell nicht wieder bieten...







Bolivien hat erstaunlicherweise ein völlig anderes Flair als Paraguay; obwohl das ärmste Land Südamerikas deutlich mehr charakter und eigene Identität. Außerdem sympathischer. Ein unglaublich abwechslungsreiches Land, Wälder, Gebirge und Hochebenen, Wüsten - aber auch kein Meer. Und noch was für die Controller unter uns: Billiger wird man wohl kaum in den Urlaub fahren können: Taxifahrten fast pauschal 1,20 € auch mal 30 Min. lang. Übernachtungen von 2,50 € (ärmlich) bis 6 € (ordentlich und mit Frühstück), Mittag-/Abendessen für meist um die 2,50 €, Schuheputzen ab 0,60 €.

Montag, 19. April 2010

Malus, Mali

Am Anfang war EIN Hund.
Dann kamen wir vom Dienst heim.
Da waren es schon zwei Hunde.


Diesem zweiten - nicht eben gewünschten - Exemplar ließen wir (also Ulla) alle unsere Liebe angedeihen. Auch eine Anti-Zecken Kur. Leider stellten wir erst nach vollzogenem Vollbad fest, dass die Anwendung frühestens ab einem Alter von 6 Monaten ratsam ist.
Daran mag es wohl gelegen haben, dass nicht nur Zecken und Läuse das Zeitliche gesegnet habe, sondern gleich der ganze Hund. Vielleicht lag es aber auch an dem Waschmaschinenabwasser das er getrunken hat, oder einer Vorerkrankung ...

Schließlich eines Tages auf der Straße: Eine Katze. Vielleicht eine Woche alt. Ihr steineerweichendes Gejammer ließ uns zugreifen. Jetzt heißt sie Lilly, weiß, was ein Klo ist und frisst Whiskas. Am erstaunlichsten: Auch nach 3 Wochen Müllerscher Intensivpflege lebt sie noch.



Fürderhin reiste Ulla nach der großen Stadt. Buenos Aires um genau zu sein.
Nach 8 Tagen argentinischem Rind, Bier, Eis, Tango und mehr durfte sie endlich wieder in den Schoß der paraguayischen Hochkultur zurückkehren.



Sonntag, 7. März 2010

Das Ende...

... der Welt
kommt 2012. Muss es ja, schließlich haben sie das ja im Kino gesagt. Und das Beste ist, dort haben sie auch schon gleich gezeigt, wie das Ganze ablaufen wird.
Diese Meinung haben wir jetzt schon häufiger gehört; und uns gewundert wie medien-gläubig viele sind. Die höchste Instanz, die absolute Glaubwürdigkeit: was sonst, wenn nicht das Fernsehen - erschreckend!

... von Yegros
kam noch nicht. Aber zumindest das Ende unserer Zeit dort. Am ersten Feburar kam ein großer Laster in den wir unsere gar nicht so großen sieben Sachen geladen haben um in die neue "Heimat" (diesen Anführungsstrichen ist große Bedeutung beizumessen!) aufzubrechen.
Ciudad del Este soll wohl die zweitgrößte Stadt Paraguays sein. Falls das so ist, dann ist sie es noch nicht lange. Erst die Tage wurde das 53 jährige Stadtjubiläum begangen. Dem schnellen Wachstum entsprechend trifft man hier auf völlig unzureichende Organisation, (Infra-)struktur, Sauberkeit, Sicherheit. Ebenfalls Fehlanzeige für kulturellen und geschichtlichen Reichtum.
Die vielen Menschen sind hier nicht wegen des schönen Lebens, sondern meistens aus reinem Pragmatismus. Hier gibt es Arbeit, Geld, viele Möglichkeiten. Was einerseits ein Fluch ist, stellt gleichzeitig den Grund für unseren, auf den ersten Blick völlig unsinnig erscheinenden, Umzug dar. Viele Menschen, das heisst auch: eine große Versammlung. Das waren auch schon die Gründe.

Vor einigen Tagen frühmorgens: im Flur eine leibhaftige Vogelspinne. In Abwägungvon Tierliebe und Liebe zur Ehefrau hat die Spinne leider den Kürzeren gezogen bevor die Kamera parat war. Aber die nächste wird abgelichtet.

Die letzte Woche in Yegros hatten wir Besuch von Natascha und Flo, die wir schon aus Deutschland kennen, und die nun im Chaco wohnen. Schön war das.

Ein paar Abschiedsimpressionen aus Yegros:
Eine Bananenblüte.


Ein typisches Haus im ländlichen Gebiet.


Das Kind einer Bekannten; Haarschnitt made by Mutti.


Die häufigsten Verkehrsteilnehmer in der Gegend neben einer Kirche.


Elektroinstallation Marke Eigenbau. Viele Stecker passen nicht in die üblichen Dosen. Da muss man sich mit Adaptern, Isolierband, Draht und Korken behelfen um den Kontakt herzustellen.


Natascha und Flo zu Besuch.



Mittagspause mit Auto, Schaf und Landschaft.


Noch was von hier:

Friseur bei Nacht.


Unser Hund. Den haben wir zum Haus gleich dazu gemietet (das ist als Malus, nicht als Bonus zu verstehen). Er hört auf den sympathischen Namen Betoben (das ist paraguayisch für Beethoven).