Ansonsten haben wir hier deutlich mehr Zeit als noch in Deutschland, um uns Dingen zu widmen, die wir zuvor noch nie ausprobiert haben. Im Garten des Königreichssaales in dem wir wohnen gibt es einen sogenannten Tatakua. Einen typischen, paraguayischen, gemauerten Ofen. Diesen haben wir mit selbstgemachter Chipa (ebenfalls typisch und außerordentlich gehaltvoll, besteht aus geriebenem Maniok, Maismehl, Ei, Butter und Anis), sowie eigenem Brot eingeweiht. Beides mit mittelmäßigem Erfolg, wobei jedoch das Brot geschmacklich durchaus Grund zur Hoffnung gab. Desweiteren haben wir uns an selbstgemachtem Azerolagelee versucht (Konsistenz erfordert den Gebrauch eines Stohhalmes) sowie Azerolasaft. Morgen machen wir noch unseren eigenen Azerolalikör (ja, wir haben einen Azerola-Baum vor der Tür).
Erste Zuchterfolge in unserem Garten konnten wir auch schon verzeichnen. Die eingegrabenen Wassermelonenkerne haben sich vom verspäteten Pflanztermin nicht beirren lassen und schon ausgetrieben! Die erste selbstgezogene Pflanze unseres Lebens (außer der obligatorischen Schulkresse). Unser Kräutergarten mit Zitronenkraut, Oregano und Petersilie mickert noch ein bisschen vor sich hin. Müllentsorgung: einfach verbrennen. Vor der Haustür. Klimabedenken? In der Sammelstelle wird das gleiche gemacht, nur halt gesammelt. Nur, dass es dann nicht so nach brennendem Plastik im Vorgarten stinkt…
Zum Glück hat das andere deutsche Ehepaar in der Versammlung ein geländegängiges Auto. Ein Ford Pickup, Baujahr 1988. Ziemliches Monstrum. Wenn er denn fährt. Bis es soweit ist lässt er sich gerne mal schieben. Kein Spaß bei über 40°C in der Sonne. Außerdem hat er nur drei Sitzplätze in der Fahrerkabine. Aber man fühlt sich immer ganz toll, wenn man gerade ein Ochsengespann überholt; die haben ja zum Glück nicht gesehen, wie man beim Anschieben geschwitzt hat.