Kurzer Nachschlag der Vollständigkeit halber: Unser zweites eigenes Haustier, Lilly die Katze, hat es doch ein wenig laenger gemacht als der zuvor zugelaufene Hund: 5 Wochen. Schließlich ist ihr ihre Gefräßigkeit zum Verhängnis geworden. Nachdem sie dem Hund immer sein Essen streitig machen wollte, hat dieser ihrem kurzen Leben eines Tages ein Ende gesetzt. Und die Moral von der Geschicht': Aus fremden Tellern frisst man nicht.
Schade.
Ansonsten sind wir umgezogen. Endlich nicht mehr in fremden Betten schlafen. Zwei Zimmer (je fast 3x4 m), ein kleines Bad und Küchenzeile in einem der Zimmer. Das muss reichen. Einen kleinen Selbstversorgergarten haben wir bereits angelegt.
Ferner hatten wir Besuch: Marina, Ullas Schwester, erwies uns die Ehre. 3 Wochen lang. Eine echte Hierseinsaufwertung. Damit sie nicht die ganze Dauer ihres Aufenthaltes von der strahlenden Schönheit Ciudad del Estes geblendet wird, haben wir uns entschieden, eine kleine Reise zu machen: nach Bolivien.
Ein kurzer Abriss:
Eine
Samaipata:
Das 3000 Seelen Dorf, drei Stunden von Santa Cruz entfernt, wird von recht vielen europäischen und nordamerikanischen Einwanderern (je nach Blickwinkel auch Auswanderer) bevölkert. Daher gibts dort auch richtige Restaurants, Cafes mit stil, echtes Brot (sogar Croissants), deutsche Wurst und gepflegte Reiseagenturen. Bis auf letzteres haben wir diesen Vorzug der "Zivilisation" in vollen Zügen genossen.
Aber deshalb sind wir natüerlich nicht dorthin gefahren. Vielmehr hat's einiges an Natur und alten Gestein/Gemäuer. So gab's für uns einmalige Wanderungen, großteils in oder oberhalb des dort noch vorhandenen Urwaldes. Ein Gefühl ist das, nur wir drei vor dem beeindruckenden Bergpanorama, und auf zig Quadratkilometern vor einem sonst keiner...
Die 4-5 m hohen Farne waren auch nicht schlecht.
Außerdem: Eine fürsorgliche Herbergsmutter mit eigener Kaffeepflanzung die uns eine Einführung in Kaffeernte, -trocknung und -röstung gegeben hat.
Außerdem die Überraschung mitten in Bolivien jemandem über den Weg zu laufen, den man schon aus Deutschland kennt (Britta).
Sucre:
Die verfassungsmäßige Hauptstadt Boliviens hat ihr Parlament und Regierung vor ein paar Jahren an La Paz verloren. Ansonsten eine ebenfalls sehr europäisch geprägte, gepflegte Stadt mit beinahe mediterranem Flair. Ideal zum Entspannen, ein Eiskaffee über den Dächern von Sucre, das hat was (wobei sich der unweigerlich anschließende Nachmittagsschlaf in seiner Güte nicht von anderen Orten unterscheidet).
Die höchstgelegene Stadt der Welt, so sagen sie von sich selbst. 4.000 m über dem Meer. Besonders viel gemerkt haben wir von der Höhe aber nicht, außer, dass es kühler und kahler war. In der Stadt selbst haben wir uns auch nicht länger aufgehalten. Eine halbe Autostunde außerhalb gibt es nämlich "Das Auge des Inka". Es handelt sich dabei nicht um die Mumifizierung eines indianischen Sehkörpers, sondern um einen Vulkankrater in den ca. 35-37°C warmes Thermalwasser austritt. Die meiste Zeit alleine, umgeben von 4.000 m hohen Gipfeln (selbst ist das Auge auf 3.500 m) in badewannenwarmem Wasser planschen. Auch nicht eben alltäglich. Bereut haben wir nur, nicht die Nacht dort vor Ort im Freien verbracht zu haben. Die chance auf den Anblick so vieler Sterne wird sich wohl so schnell nicht wieder bieten...
Bolivien hat erstaunlicherweise ein völlig anderes Flair als Paraguay; obwohl das ärmste Land Südamerikas deutlich mehr charakter und eigene Identität. Außerdem sympathischer. Ein unglaublich abwechslungsreiches Land, Wälder, Gebirge und Hochebenen, Wüsten - aber auch kein Meer. Und noch was für die Controller unter uns: Billiger wird man wohl kaum in den Urlaub fahren können: Taxifahrten fast pauschal 1,20 € auch mal 30 Min. lang. Übernachtungen von 2,50 € (ärmlich) bis 6 € (ordentlich und mit Frühstück), Mittag-/Abendessen für meist um die 2,50 €, Schuheputzen ab 0,60 €.