Für etwas mehr als eine Woche hatten wir unseren ersten Besuch bei uns. Zugegeben, Evi und Samuel hatten es nicht so weit aus Asunción hierher nach Yegros. Gefreut haben wir uns darüber aber sehr. Sie hatten aus dem Chaco frische Erdnüsse (500 g, Lebensdauer ca. 12 h), Erdnussbutter und vor allem Leder mitgebracht. Ulla wünscht nämlich schon lange sich eine Dienst-/Versammlungstasche herzustellen. Da Leder in seiner Urform hier ziemlich viel rumläuft sollte das nicht so schwer sein. Wie auf dem Bild zu sehen, hat sie mit einigem Erfolg so ihre erste Lederarbeit erledigt und muss nun nicht mehr mit dem braunen Werbegeschenkjutebeutel rumlaufen.Ansonsten waren wir zusammen recht viel im Dienst, haben gemeinsam Brot gebacken und Mozzarella gemacht und die Abwechslung genossen. Ein Gegenbesuch unsererseits wird wahrscheinlich Mitte Januar anlässlich des deutschen Tagessonderkongresses in Asunción anstehen.

Die auf dem Bild zu sehenden Bananen haben wir von unseren Stauden geerntet. Aber nicht nur die. Das ist schon die deutlich dezimierte Zahl. Banenmilch, Bananen gebraten und mit Käse überbacken, herzhaft-süße Bananensuppe und sogar Bananenhaarkur haben wir schon ausprobiert. Dennoch droht der Rest kläglich zu vergammeln. Das Problem ist, dass natürlich auf einen Schlag 50 Bananen reif sind anstatt schön verteilt über das ganze Jahr. Ähnliche Probleme stehen uns ins Haus, wenn erstmal die drei Zitronenbäume richtig loslegen, der Pomelo, die Mango oder am allerschlimmsten: Der große Avocadobaum. Was kann man daraus bloß machen außer (gelegentlich) eine Avocadocreme? Vorschläge werden gerne angenommen, bald ist es nämlich so weit.Dazu passt, dass wir günstig von einem Nachbarn ein mit Mais, Bohnen und Zwiebeln bepflanztes "Feld" erstanden haben. Dies ergänzte Michael noch um Erdnuss-, Wassermelonen-, Sonneblumen- und Gurkenpflanzungen. Seitdem wünschen wir uns auch sehnlich Regen. Seit fast 5 Wochen ist nun fast kein Tropfen gefallen, dementsprechend geht's den Pflanzen bei konstant über 35 °C (wobei Gießen bei einem Kubikmeterpreis von ca. 16 Cent finanziell nicht besonders weh tut).
Unsere Wohnungseinrichtung haben wir erweitert. Nach 8 Wochen endlich nicht mehr aus dem Koffer leben!!! Nach unserer Zeichnung vom Schreiner für umgerechnet etwas mehr als 80 € hergestellt. Zur Beruhigung aller deutschen Schreiner mit Angst vor billiger paraguayanischer Konkurrenz: Die Qualität ist bei weitem nicht vergleichbar, aber es taugt.
Versammlung Yegros Süd-West hatte sich entschlossen vom Nachbarn ein Schwein zu kaufen und selbiges gemeinsam zu sich zu nehmen. Obwohl uns sein Todeskampf (der des Schweins, nicht des Nachbarn) zumindest akustisch am Freitag Morgen einige Minuten begleitet hat, haben wir es uns nicht nehmen lassen unseren Anteil davon zu verspeisen. Was wir als Versammlung gelernt haben: Ziehe einem Schwein vor dem Grillen die Haut ab (damit das Fett zumindest teilweise schmilzt), und: kaufe es am besten das nächste Mal gleich in Stücken. Eine Nachfolgeveranstaltung wird es also bestimmt geben.Noch ein kurzes Bild von Lothar und Silvana, dem anderen deutschen Pionierehepaar hier in der Versammlung (aufgenommen bei einem Arbeitseinsatz im Saalgarten). Beide seit ca. 18 Jahren in Paraguay, seit 15 verheiratet. Ohne irgendwelchen Klischees Vorschub leisten zu wollen: Sie war zuvor Sekretärin, er hat Mathematik studiert und als Programmierer gearbeitet.Wir verstehen uns auf jeden Fall blendend und Michael wird im Dorf ständig gefragt, ob er denn nicht Lothars Sohn sei (was aber bestimmt nichts mit der Vornamensgleichheit zu tun hat...).

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