Montag, 29. Juni 2009

Ullas Reise

Nachdem die letzte Zeit einfach nichts außergewöhnliches passiert ist, wollten wir darauf warten, bis ich (Ulla) von meiner Reise mit meiner Schwester Evi zurückkomme. Am Montag den 1. Juni bin ich von Yegros los. Von Asunción aus haben wir einen Bus nach Resistencia in Argentinien genommen und hofften, dort einen weiteren zur Provinzhauptstadt Saltas zu bekommen.
Leider fuhr keiner mehr am gleichen Tag und da der Ortskern mit seinen Youth Hostels nicht schnell und leicht zu erreichen war, haben wir dort im Busterminal "übernachtet". Geschlafen haben wir zwar nicht, trotzdem aber die Schlafsäcke ausgepackt und auf dem Camping-Gaskocher Tee gekocht, denn kalt war es schon ziemlich. Außerdem haben wir die Zeit genutzt, eine heiße Dusche zu nehmen. Nachdem wir dort am Terminal erfahren haben, dass Tucumán (ebenfalls Provinzhauptstätdchen) so schön sein soll, sind wir halt dahin gefahren. Das war wirklich eine gute Entscheidung, denn trotz unserer großen Sight Seeing-Tour war mir diese Stadt die Liebste. Gut, wir sind ja auch nur durch 3 Städtchen in Argentinien gekommen.





Dort haben wir auch eine Spanierin getroffen, die auf ihrer Südamerika Reise ihren Freund, der Argentinier ist, kennengelernt hat und jetzt gemeinsam ein Grundstück in den Anden kaufen möchten, um sich dort ein Häuschen zu bauen, um dann autark leben zu können. Sie hat mir ein großes Buch aus den 70ern gezeigt, in dem eigentlich alles beschrieben wird; vom Leder gerben bis zur Herstellung von Wolle ect. Schön irgendwie, allerdings wäre mir das in diesem Leben etwas zu viel Gefummel mit dem bloßen Alltäglichen.

Ich verliere mich in Details; jedenfalls sind wir am 4. Juni ziemlich früh mit dem Bus los, mit dem wir auch so gute 7 Stunden unterwegs waren, um zu den "Quilmes-Ruinen" zu kommen. Bis dorthin sind wir noch 5 km mit unseren großen Rücksäcken gelaufen. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt, wir sind angekommen. Zuerst haben wir uns was auf dem Gaskocher zu Essen gemacht und dann sogar eine Führung über die Präkolonialen Ruinen genommen. Der Führer hatte trotz Hunger auch noch betont, dass er bei uns ja doppelt so viele Worte brauche, um uns alles zu erklären, da wir des Spanischen nicht besonders mächtig sind.





Auf dem Rückweg konnten wir per Anhalter bei einem netten Paar mitfahren, die auf Arbeits- Urlaubsreise waren. Eigentlich wollten wir uns nur die 5 km zurück zur Bushaltstelle mitnehmen lassen, aber nach dem die beiden sowieso auch durch Salta wollten... (Sie Sängerin, er Musikproduzent. Sie hat uns ihre Musik z.B. Bolero und Tango eingelegt und dazu selbst gesungen). Dazu das Panorama der uns umgebenden roten Felsen in der Abendsonne ... Sie hat mir eine Kopie ihrer Musik gemacht, bzw von der CD, an der sie im Moment arbeitet. Durch diese Mitfahrtsgelegenheit haben wir uns also eine Nacht in Cafayate gespart, es war schneller, bequemer, schöner und billiger.

In Salta haben wir die Zusammenkunft der Zeugen Jehovas besucht. Wir waren von deren Gastfreundschaft und Interesse überwältigt. Das führte auch dazu, dass wir für Samstag Abend bei Glaubensbrüdern zum Essen engeladen wurden. Am Sonntag sind wir gleich nach der Versammlung nach Jujuy weiter. Den Tag darauf haben wir uns zu den siebenfarbigen Bergen aufgemacht. Nachdem uns die Stunde wandern nicht völlig ausgelastet hat und wir uns mit "Humitas" vollgeschlagen haben, wollten wir an der Routa entlang laufen und evtl. einen Bus anhalten. Nach 2 Stunden wandern hielten wir eine kleinen alten Peugout mit 3 Arbeitern an, da kein Bus und sonst auch nichts anhielt um uns mitzunehmen. Der war auch so langsam unterwegs, um anhalten zu können und glücklicherweise wollten die auch in die Stadt Jujuy. Als wir den Fahrer am Schluss 2 Traktate mit biblischen Themen geben wollten, eröffnete er uns, er sei auch Zeuge Jehovas! Er hat uns auch gleich zu sich eingeladen, denn seine Töchter und Frau würden sich auch freuen, uns kennenzulernen. Wir wollten aber packen, da wir planten, am nächsten Tag nach Chile zu fahren. Trotzdem gab er uns seine Telefonnummer, falls wir etwas bräuchten. Toll, überall auf der Welt finden wir offene Arme.

Wir haben zwar schon von der Warnung gelesen, die Höhe, die wir auf der Fahrt nach Chile erreichen würden, könnte Kopfschmerzen, Schwindel ect. verursachen. Volltreffer! Mein Erkältung und der niedrige Blutdruck bzw schwacher Kreislauf hat mich dazu veranlasst, mich auf 5 000 Meter in den Gang des Busses auf den Boden zu legen und einem Herrn meine nach Käse stinkenden Wollsocken, die ich schon Tage getragen habe, entgegenzustrecken. Die Evi hat mir von der Cola gegeben und der nette Busbegleiter eine Sauerstoffmaske....

In San Pedro de Atacama angekommen, haben wir nur ein günstiges Hostel gesucht, Glühwein gekocht und sind früh ins Bett gegangen.
Am nächsten morgen haben wir das "Valle de la Luna" (Tal des Mondes) bewandert. 18 km hin, 18 zurück. Gerne hätten wir auch so eine Sternebobachtungs-Tour mitgemacht, die wir uns aber aus Ermangelung an Geld nicht leisteten. Wir rechneten aber damit, dass es auf unserer 36 km Wanderung auf dem Heimweg schon dunkel sein würde. So war es auch und so konnten wir mit bloßen Augen die Milchstraße sehen. Overwhelming!
Darauf folgte Glühwein und zeitiges Zu-Bett-Gehen, denn wir wollten um 3 Uhr morgens aufstehen, um bei einer Tour zu dem Vulkan El Tatio dabei zu sein, der sich in der Región de Antofagasta befindet und Teil der Anden östlich der Atacama-Wüste ist.







Von San Pedro de Atacama werden regelmäßig Tagesausflüge zu einem seiner Krater in ca. 4280 Meter ü. NN angeboten, in dem sich Geysire und heiße Quellen befinden. Von 110 eruptierenden Quellen wurden mehr als 80 als echte Geysire identifiziert, und über 30 andauernd aktiv. Besonders eindrucksvoll ist die Beobachtung kurz nach Sonnenaufgang. Die Fontänen sind nicht sehr hoch (69 cm durchschnittlich aller heißen Quellen, 76 cm durchschnittlich für echte Geysire), aber es ist das größte Geysirfeld der Südhalbkugel und nach jenem im Yellowstone Nationalpark und Dolina Giezerov in Russland das drittgrößte weltweit. Hier befinden sich schätzungsweise 8 % der Geysire der Welt. Die Wassertemperatur liegt bei 86 °C. Wir haben sogar die Gelegenheit genutzt in einer warmen Quelle (heiß war sie nicht) zu baden.






Unser letzten gemeinsamen Abend haben wir redend sowie Bier trinkend, bei Stromausfall an einer schönen Feuerschale verbracht.

Mein Heimreise hat am Freitag früh begonnen (früher als geplant, da mein Budget höchstgradig überreizt war), zurück über Salta, wo ich nochmal ne Nacht verbringen musste und von dort über Asunción weiter nach Yegros. In San Pedro an der Bushaltestelle hab ich gleich zwei Buben aus Neumarkt in der Oberpfalz getroffen, mit denen ich mal wieder bayrisch reden konnte, denn sie haben mein angeeignetes bayrisch gelten lassen. Die beiden wollen in Regensburg studieren, und suchen eine Wohnung mit offenem Kamin Sie haben mir versprochen, ich dürfte auch in das Herrenzimmer, falls ich mal vorbei käme. Das sollte mir zu Denken geben...

Sonntag abend wurde ich von Michael mit Röstis und selbstgemachtem Apfelmus empfangen.

Die Evi ist am Freitag früh in San Pedro de Atacama zum Treffpunkt, um in den Predigtdienst zu gehen.



Mittlerweile hat sie sich mit Samuel in La Paz Bolivien getroffen.

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