Montag, 16. November 2009

2. Runde

Nach 13 Stunden netto-Flugzeit kamen wir in einer gemütlichen brasilianischen Kleinstadt - dem heiligen Paulus zu Ehren nach ihm benannt - an.



Zur Hebung der Lebensqualität ist die gesamte Stadt verkehrsberuhigt.



Dazu trägt auch die umfangreiche Bepflanzung der öffentlichen Anlagen durch das Umwelt- und Begrünungsamt bei.



Aber jetzt im Ernst:
Sao Paulo ist ein Grauen! 20 Millionen Leute mit geschätzten 30 Millionen Autos. Dauerstau, Verkehrslärm, Abgasgestank. Dieses Kontrastprogramm haben wir anscheinend gebraucht um uns so richtig wieder auf unser Dorf Yegros freuen zu können.
Allerdings bezieht sich unsere leichte Abneigung ausschließlich auf die Stadt an sich. Die Leute haben unseren bereits zuvor bestehenden Eindruck noch verfestigt: Die Brasilianer sind das mit Abstand hilfsbereiteste, netteste, fremdenfreundlichste Volk, das wir kennen (ja, sogar noch mehr als die Franken!).
Ein paar Beispiele:
Am Flughafen holte uns ein Glaubensbruder (Marcos) ab.



Ihn kannten wir vorher ja nicht, dennoch war er bereit, uns einige Tage bei sich aufzunehmen, uns in der Gegend herumzukutschieren und den Fremdenführer zu spielen. Wohlbemerkt obwohl er auch arbeiten musste und nebenbei auch noch zwei Wochen später heiratet.
Weiteres Beipiel:
In Ermangelung eines eigenen Handys und dank Funktionsuntüchtigkeit (bzw. Bedienungsunfähigkeit) der öffentlichen Telefone,



war es notwendig, dass wir Passanten auf der Straße fragten, ob wir nicht das ihrige Telefon benutzen könnten. Nicht nur, dass wir immer jemanden gefunden haben (manchmal haben auch gleich 3 zusammengearbeitet um den Anruf zustande zu bringen). Alle haben sich vehement geweigert dafür etwas zu nehmen. Unser Favorit: Nachdem wir von dem Handy eines jungen Mannes aus Marcos gerufen und dieser uns auch ageholt hatte, klingelte auf der Heimfahrt im Auto das Handy. Wer rief an? Der junge Mann; er wollte sich erkundigen, ob Marcos uns denn auch gefunden hatte!

Noch zwei Impressionen:
Für alle die sich schon immer gefragt haben, wie denn die allseitsbeliebte Cashewnuss wächst (und auch alle anderen), hier die Antwort. Übrigens wird aus dem rot-gelben "Anhängsel" ein recht leckerer Saft.



Wofür ist Deutschland in aller Welt bekannt? Richtig, das Bier. Wobei man sich fragen muss, ob es nicht bessere Imageträger gäbe als den ALDI-Haus-und-Hof-Lieferanten. Man würde übrigens für den Preis einer Dose (ca. 2 €) auch einen Liter landestypischen Cachaca kaufen können. Die Caipirinha Freunde wissen Bescheid...

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