Samstag, 7. Oktober 2017

Ayoeode

Am Ort ansässig gibt es eine relativ große Ayoreosiedlung (auf ayoreo: ayoeode). Mit einigen betrachten wir die Bibel. Nicht alle können Spanisch, und wir leider praktisch gar nichts von ihrer Sprache. Daher beschränken sich unsere Kontakte größtenteils auf diejenigen, die vor einigen Jahrzehnten von Salesianischen Priestern die Verkehrssprache beigebracht bekommen haben.

Gerade mit diesen Personen mittleren Alters fällt der Umgang leicht. Die Leute sind freundlich, neugierig. Manche erstmal schüchtern. Dabei direkter als die sonstige paraguayische Bevölkerung. Sie sagen schon auch, wenn sie anderer Meinung sind.

Ihr Leben strahlt eine große Ruhe aus. Sie sind sehr gesellig, deswegen sitzen sie oft in größeren Gruppen mit anderen Mitgliedern ihres Hogazui (etwas weitere Familie) zusammen, trinken Terere und unterhalten sich. Die älteren Frauen stellen während dessen in mühsamer Handarbeit aus den Fasern einer agavenartigen Pflanze erst Fäden her, aus denen sie dann Taschen knüpfen.

Leider spricht ein größerer Teil der jungen Generation den "Errungenschaften" der Zivilisation zu: Tabak, Alkohol und laute Musik. Gleichzeitig zeichnen sie sich nicht eben durch Arbeitseifer aus. Die Elterngeneration hingegen scheut auch vor unangenehmsten Tätigkeiten nicht zurück. Traditionell sammeln sie nachts, in Seitenarmen des Flusses, zwischen den dichten Wasserpflanzen des Ufers, unter Moskitoschwärmen, Krebse und Fische als Köder für die Angeltouristen.

Auf den Bildern einige Bekannte.

Candida und ihr Mann Manekai haben noch das ursprüngliche Leben im Wald erlebt. Als Jäger und Sammler, Nomaden, die aber immer wieder zu den gleichen Stellen zurückkehrten und sogar kleine Pflanzungen anlegten (Wassermelonen, Mais, Bohnen).

Das Foto eines Fotos auf dem Repräsentanten der sieben Ayoreo-Clans in mehr oder weniger traditioneller Tracht zu sehen sind. Klassischer Kopfschmuck: Jaguarfellmützen.
Eine Dame fährt ihren Mann spazieren. Flussaufwärts. Gleichberechtigung!

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